Das Kloster Arendsee (II)
 
von Dr. Gerhard Richter (1961)

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Viele der so "Beeinflussten" vermachten auf dem Sterbe-Bette, oftmals nicht ohne entsprechenden "geistigen Beistand" und nicht ohne sonstigen "nachdrücklichen" Hinweis in der letzten Stunde ihr Eigentum ebenfalls dem Stift, das längst ein reiner Wirtschaftsbetrieb geworden war. Dieser Betrieb wurde teils von Amtsmännern, teils von Pächtern, aber immer im Auftrage und zum Nutzen des Landesherren verwaltet. 1812 wurde das Stift von der westfälischen Regierung des "Königs" Jerome, (des "Könik Lustik") in Kassel, aufgehoben. Es hatte nur noch sieben Insassinnen, die bis zu ihrem Tode dort wohnen bleiben durften.

Kloster ArendseeMan machte eine Domäne* daraus. Damit war ein anderer Name für dieselbe Sache genommen worden. Die Diener waren daher Domestiken genannt, und eine Domina (von lateinisch: Herrin) war die Stiftsvorsteherin.

Die letzte Domina des Klosters Arendsee war Friederike von Normann. Sie wird 1845 urkundlich genannt.

Eine Domäne umfasste land- oder forst- oder wasserwirtschaftlich genutzte Grundstücke und Ländereien, auch Teiche und Seen. Die Einkünfte stehen dem Staat oder dessen Oberhaupt zu. Sie wurden auch Kammergüter genannt, weil sie letzten Endes von der staatlichen (fürstlichen, königlichen) Vermögenskammer verwaltet wurden.

Kloster ArendseeAus dieser Zeit (genau: aus dem Jahre 1842) haben wir einen kleinen Kalender- stich, der uns die Klosteranlage authentisch zeigt.** Eine fotografische Vergrößerung ist in dem kleinen Heimatmuseum zu sehen. Aber 1826 bereits waren die Gebäude baufällig geworden und wurden zum großen Teil abgetragen. Die letzten "Damen" hausten unter sehr bedenklichen Verhältnissen im ehemaligen kleinen Hospital, dem heutigen Heimatmuseum.

1850 kam die ganze Anlage, auch die Klosterkirche, an die Stadt Arendsee und wurde, soweit das möglich war, vor allem die Kirche renoviert. 1868 wurde ein Remonte-Depot eingerichtet, das bis 1885 bestand. Remonten sind die jährlich erforderlichen Ersatzpferde für die aus dem Militärdienst ausgemusterten "Klepper". Es wurde also ein Militär-Arsenal daraus. In einem Nebengebäude, dem früheren Amtshaus, wurde ein Altersheim untergebracht, das später als Feierabendheim genutzt wurde.

Heimatmuseum am Kloster ArendseeDas Gelände wurde 1955 in die Obhut des Rates des Kreises genommen. In den Jahren 1956 bis 1960 wurde die Ruinen-Anlage gärtnerisch hergerichtet und schön gestaltet.

1961 wurde das kleine Heimatmuseum im ehemaligen Hospital eröffnet.

Weitere Informationen zum Luftkurort Arendsee finden Sie unter » www.arendsee.de.

Einen interessanten Vortrag von Dr. Uwe Czybatynski über das Leben und Wirken des Klostergründers Markgrafen Otto I. von Brandenburg können sie unter
» http://bo-architekt.de/projekte/09X2002.php nachlesen.


    Sehenswertes in der näheren Umgebung:

     » Heimatmuseum im ehemaligen Klosterhospital
     » Der Tempel des Wanderpredigers Gustav Nagel
     » Der Stadtteil Stiefelknecht mit seinen kleinen Fachwerkhäusern
     » Die Bockwindmühle in der Alten Poststraße
     » Die romanische Feldsteinkirche von Kläden aus dem 12. Jahrhundert – 3 km
     » Das lebendige Kloster in der Altmark – Kloster Dambeck – 28 km
     » Die romanische Feldsteinkirche von Leppin aus dem 13. Jahrhundert – 6 km
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     » Das Altmark Museum in Gladigkau - 22 km
     » Die romanische Klosterkirche Krevese – 22 km
     » Das Schloss und Schlosspark Krumke – 25 km
     » Die Hansestadt Osterburg - 33 km
     

*) Domäne - landwirtschaftliches Staatsgut
**) ARENDSEE, Ansicht der Kirche und es Klosters von Osten. Stahlstich 7,2x9,9. Gest. v. Fincke. Berliner Kalender 1842, Bl. IX, 29. - Altmärkisches Museum Stendal.

Kloster Arendsee

 

    Kloster Diesdorf
    Kloster Neuendorf
    Kloster Dambeck
    Kloster Arendsee
    Kloster Krevese

     

Kloster Arendsee
Gartenanlage am Kloster

 

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