Das Kloster Neuendorf (II)

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Um 1500 war Neuendorf mit insgesamt 33 Dörfern und Hebungen in 17 Orten einer "der größten Grundbesitzer in der Altmark und als solcher ein Wirtschafts- und Machtfaktor ersten Ranges. Hiermit stand es natürlich in erster Linie im Zusammenhange, dass das Kloster eine Stellung einnahm, die der der größten Adelgeschlechter der Altmark, also der Schulenburge, Alvensleben und Knesebeck, etwa entsprach, die ja eine fast dynastische Position einnahmen, eine Machtfülle, die sie bis zum Beginn der Hohenzollernherrschaft infolge des Fehlens einer starken Zentralgewalt immerfort mehren konnten. " 2)

Kloster NeuendorfMit der beginnenden Reformation in der Mark um 1539 brach auch das Ende der reichen und blühenden Institution des Ordens in Neuendorf an. Johann Georg, der seit 1562 Inhaber der Altmark und so auch Neuendorfs war, drohte das Kloster ganz aufzuheben, wenn es sich nicht gefügig zeigen werde. So nahm denn der Konvent im Jahr 1579 die Reformation als letztes aller kirchlichen Institute der Mark an und Johann Georg bestimmte das Kloster nunmehr als Sitz eines Damenstiftes für adlige und bürgerliche Jungfrauen. Dieses Damenstift bestand bis zu seiner Auflösung durch Jérôme von Westfalen im Jahre 1810. 2)

Eine Besonderheit sind zweifelsohne heute die acht mittelalterlichen Buntglasfenster aus dem 14. und 15. Jahrhundert, die in der ehemaligen Klosterkirche St. Marien, Benedikt und Bernhard mit ihren größtenteils noch erhaltenen Klosterinnenhof und Resten des Kreuzganges besichtigt werden können.

Hundeloch beim Kloster NeuendorfZum Ensemble des Klosters gehört auch ein mittelalterliches zweistöckiges Speichergebäude, das sogenannte "Hundeloch" aus dem Jahre 1561, dessen massiver Feldsteinunterbau als Gefängnis diente und in dem im Obergeschoss vermutlich Käse und Getreide getrocknet wurden. Das Dach gewinnt an Reiz durch seine einzeln spitz auslaufenden Biberschwanz-Ziegel, die aus dem 16. Jh. stammen

Die Kirche ist täglich geöffnet und Führungen können Sie im Pfarramt unter 03907-711379 anmelden. Weitere Informationen zur Ortschaft Kloster-Neuendorf erfahren Sie unter » www.kloster-neuendorf.de.

Zur Einkehr lädt das Restaurant "Klosterkrug" ein, tel. 03907-779439.
 

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*) 1571 Kurfürst Joachim II stirbt am 3. Januar und wenigeTage später stirbt Markgraf Johann von Küstrin ohne männliche Erben. Sein Fürstentum fällt daher an Brandenburg zurück und wird vereint unter dem Kurfürsten Johann Georg (geb. 1525). Als Kurprinz lebte er hauptsächlich in der Burg Zechlin in der Ostprignitz.

Literaturquellen:
1) 25. Jahresbericht des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte und Industrie zu Salzwedel, Magdeburg, 1898, Beitrag: Die altmärkischen Frauenklöster auf dem Lande.
Vom Geheimen Archivrath v. Mülverstedt in Magdeburg
2) "Sachsen und Anhalt", Jahrbuch der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und Anhalt herausgegeben von R. Holtzmann und W. Möllenberg, Band 5, Magdeburg 1929, Artikel: "Beiträge zur Geschichte des Zisterzienser-Nonnenklosters Neuendorf in der Altmark" von Otto Korn
3) Dr. Ulrich Hinz "Die mittelalterlichen Glasmalereien in Kloster Neuendorf in der Altmark. Ihre Neuordnung im Zuge einer unbekannten Restaurierung von 1845-1847", Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Potsdam,
www.bbaw.de

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